Als Selbständiger und Unternehmer arbeitet man oft selbst und ständig.

Und die Frage, die ich mir immer wieder stelle, wenn ich merke, daß es zu viel wird, was davon ist eigentlich jetzt wichtig und was ist unwichtig. Zwischen dringend und nicht dringend können wir ja meistens noch gut unterscheiden. Aber was ist wichtig und was ist nicht wichtig? Wie und nach welchen Kriterien entscheide ich, was wichtig und was unwichtig ist?

Um mit unserer Zeit wirklich effektiv umzugehen, müssen wir wissen, was wir erreichen wollen.

Von Mark Twain stammt ein schönes Zitat: „Als wir das Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“

Man kann natürlich versuchen, immer mehr Dinge in kürzerer Zeit zu schaffen.  Und in einer Zeit, in der alles immer komplexer wird, ist das natürlich auch wichtig. Aber letztlich macht uns das nicht effektiver, sondern eher gestresster.

Effektivität ist das Maß für die Wirksamkeit, die wir mit unserem Handeln erzielen. Effektivität bedeutet für einen Unternehmer, selbstgesteckte Ziele zu erreichen, neue Marktpotenziale zu sehen und zu ergreifen, Dinge zu tun, die sich langfristig auf den Erfolg des Unternehmens auswirken.

Und um da das Richtige zu tun und die richtigen Prioritäten zu setzen, muß man wissen, was man eigentlich erreichen will. Wo es hingehen soll in der Zukunft mit dem eigenen Geschäft.

Steven Covey hat in seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ eine Grafik, um das zu veranschaulichen, die ich ganz nützlich finde:

Projekte mit Abgabetermin wichtige Besprechungen, Wichtige BerichteDringende Probleme

Darin unterscheidet er

  • (I) Dinge, die dringend und wichtig sind, zum Beispiel Projekte mit Abgabetermin, wichtige Besprechungen, laufende Kundenprojekte oder auch Angebote an neue Kunden.
  • (II) Dinge, die nicht dringend, aber sehr wichtig sind, z.B. die Beschäftigung mit unserer Vision und unseren Zielen, Vorbereitung und Planung bestimmter Dinge, Netzwerken und Aufbau von Beziehungen, Neues lernen, Reflektieren, ob wir unsere Ziele erreicht haben und Erholung.
  • (III) Dinge, die dringend und nicht wichtig sind, z.B. unnötige Unterbrechungen, Dinge, die andere von Ihnen haben wollen
  • (IV) Dinge, die nicht dringend und nicht wichtig sind, z.B. alle möglichen Ausflucht-Aktivitäten, die wir den Tag über so machen, wenn wir vielleicht gerade müde sind oder lustlos

Nun ist es so, daß die meisten von uns viel Zeit in den Quadranten I und III verbringen, manchmal auch in IV, aber viel zu wenig Zeit im Quadrant II.

Die dringenden Dinge haben immer etwas damit zu tun, auf etwas zu reagieren. Auf den Abgabetermin, auf die Kunden, auf das laufende Geschäft. Und wenn man nicht aufpasst, ist man den ganzen Tag nur mit dringenden Dingen beschäftigt.

Wer klar ist mit seinen Zielen, hat einen Kompass in der Hand

Um aber langfristige Ziele zu erreichen und auch in Zukunft wirksam zu bleiben mit seinem Business, muß man regelmäßig Dinge tun, für die man nicht sofort eine „Belohnung“ bekommt. Die sich nicht unmittelbar auf den Erfolg auswirken, dafür langfristig aber umso mehr. Und das ist der Quadrant II, die Dinge, die nicht dringend sind, aber sehr wichtig. Die haben immer etwas mit Vision, Strategie und Zielen zu tun.

Wer klar ist mit seiner Vision und seinen Zielen hat nämlich einen Kompass in der Hand, der ihm jeden Tag sagt, was wichtig ist und was nicht.

Und wer weiß, was wichtig ist und was nicht wichtig ist, kann sich jeden Tag Zeit nehmen für die wichtigen Dinge. Und wenn man sich jeden Tag Zeit nimmt für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind, dann schafft man über einen längeren Zeitraum hinweg unglaubliches. Man erreicht seine Ziele, weil man jeden Tag darauf hingearbeitet hat.

Ohne klare Ziele verzettelt man sich immer wieder im Alltagsgeschehen, weil die Prioritäten unklar sind. Die werden erst klar, wenn man sich langfristige Ziele gesetzt hat.

Platz schaffen für die wirklich wichtigen Dinge

Also, was wollen Sie erreichen? Nehmen Sie sich mal Zeit für Quadrant II und denken Sie drüber nach, wo es in Zukunft mit Ihrem Unternehmen hingehen soll. Dafür können Sie heute die Weichen stellen. Und damit Sie die Umsetzung dann auch wirklich durchhalten empfehle ich Ihnen 2 Strategien, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe:

Die 3 Monats To-Do-Liste: 3 Monate sind eine gute Zeitspanne, um wirklich etwas zu bewegen und sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Worauf wollen Sie sich in den nächsten 3 Monaten fokussieren?

Die Not-to-Do-Liste: Sie brauchen Platz in Ihrem Alltag, um das, was Sie sich vorgenommen haben, auch wirklich zu schaffen. Worauf wollen Sie ab jetzt verzichten? Vielleicht weniger Fernsehen? Weniger in den Social Media Kanälen „rumhängen“? Was auch immer es ist, Sie wissen, was ich meine ;-).

Ich wünsche Ihnen viel Raum für das, was Ihnen wirklich wichtig ist!

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